DAS THEATER DER WIRKLICHKEIT Ausstellung Freier Eintritt


Kunstler: Kenneth Blom
Form der Kunst: Malerei + Bildhauerei
Titel der Ausstellung: DAS THEATER DER WIRKLICHKEIT
Ort: Galerie Luisa Catucci, Allerstr 38, 12049 Berlin
Dauer der Ausstellung: 21. Oktober - 13. November
Vernissage: 20. Oktober, 18-19 Uhr (Eintritt mit Covid-Pass oder Tagesnegativtest)






Der international renommierte norwegische Maler Kenneth Blom nähert sich seinen Kompositionen mit der Haltung eines Theaterregisseurs: Auf konstruierten Hintergründen treten Figuren/Schauspieler auf, die das Theater der Realität verkörpern. Die Kombination aus diagonalen Linien, horizontalen Fugen und minimalistischen geometrischen Formen - die an die Strenge und den Charme der Gebäude aus der Zeit der Entstehung der modernen Architektur erinnern - lenkt den Blick des Betrachters auf das menschliche Drama, das sich auf dem Bild abspielt. .

Bloms Sinn für Theatralik hat ein offensichtliches psychologisches Fundament: Die Figuren seiner Malerei und ihr Gemütszustand, der sich in ihren Handlungen widerspiegelt - ob sie stehen, springen, rennen oder fallen - sind unbestreitbare Archetypen des menschlichen Seelenzustands und existentieller Obsessionen.


Die latente Sensibilität der Kompositionen wird außerdem durch den geschickten Wechsel von abstrakter und figurativer Malerei unterstrichen, bei der sich wilde und kontrollierte Striche abwechseln, was dazu beiträgt, das Geheimnis, die Unruhe und das Narrativ eines jeden Bildes aufzubauen.
Darüber hinaus vermitteln die szenografischen Hintergründe mit endlosem Himmel, leuchtenden Farben und geometrischen Elementen das Gefühl, dass das Universum zusammenbricht und sich zu einem einzigen, in der Zeit eingefrorenen und auf der Leinwand verewigten Moment verdichtet.

Die dargestellten Orte wirken durch die Vereinfachung und Abstraktion der Formen eher wie Empfindungen von Orten und werden zum perfekten Szenario für den Auftritt seiner archetypischen Schauspieler.


Die Stimmung ist gedämpft, manchmal melancholisch, die Figuren stehen entweder allein oder zu zweit und interagieren kaum miteinander. Die ethnische Zugehörigkeit seiner Figuren ist nicht erkennbar, während alle Altersgruppen und Geschlechter dargestellt werden, was die psychologische Not und das inhärente Gefühl der Einsamkeit unterstreicht, welches durch eine dystopische Wahrnehmung der zeitgenössischen Gesellschaft hervorgerufen wird und zuweilen jeden trifft. Dies unterstreicht die Tatsache, dass Kenneth Blom nicht für ein bestimmtes Ziel oder zur Übermittlung einer bestimmten Botschaft malt, sondern unter Umgehung dieser Ziele direkt die menschliche Natur anspricht.


Die Radikalität von Bloms Bildsprache, die sich im Wechsel von flachen und geschwungenen Formen, in der ausdrucksstarken Verformung des menschlichen Körpers, sowie in der spezifischen Wahl der Farbpalette und in der symbolischen Verwendung von Architektur zeigt, erinnert an die Werke einiger der bedeutendsten Meister der modernen und zeitgenössischen Malerei wie Edvard Munch, Edward Hopper und natürlich David Hockney, die ihn in den zeitgenössischen kunsthistorischen Kontext einreiht.



Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus diesen großen Ölgemälden, dazwischen befinden sich einige weiße 3D-Scan-Skulpturen, die von den Figuren aus den Gemälden inspiriert sind. Die Figuren/Schauspieler sind nun physisch im Raum anwesend, ihrer Szenarien beraubt, losgelöst von den Leinwänden, aber selbst wenn sie durch die Aufrechterhaltung ihrer Szenografie beraubt werden, sind sie weiterhin stark mit ihrer archetypischen Rolle und ihrer eigenen Erzählung verbunden.
Diese aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissenen, von Farbe und Kontext befreiten, in Plastik gedruckten und auf weißen Platten platzierten Figuren werden zu einer Art Erweiterung von Bloms malerischem Universum und spielen die Rolle einer stummen Pause zwischen den Dialogen der Farben und geometrischen Formen, die die Aufmerksamkeit wieder auf das menschliche Theater lenken, während die Gemälde weiterhin die Protagonisten der Ausstellung sind.



Kenneth Blom folgt mit seinem malerischen Talent als Theaterregisseur dem Ausspruch von Antonin Artaud, für den das wahre Schauspiel, weil es sich bewegt und sich lebendiger Instrumente bedient, immer wieder Schatten aufwirbelt, wo das Leben nie aufgehört hat, sich seinen Weg zu bahnen. Und das gilt auch für die Kunst von Kenneth Blom.

Weitere Infos: www.luisacatucci.com


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