Offener Brief „Liegenschaftspolitik in Berlin am Ende“ // Initiative Stadt umdenken

Hintergrund des Briefes ist die Ausschreibung  der ca. 13.000qm umfassenden Liegenschaften um die Blumenhalle zwischen Friedrichstraße und dem Jüdischen Museum. Der Liegenschaftsfonds Berlin hat am 15. Juli in Missachtung des laufenden bezirklichen „Dialogischen Planungsverfahren zum Kunst- und Kreativquartier am ehemaligen Blumengroßmarkt“ mit der Ausschreibung der Liegenschaften unter dem Titel „Checkpoint-Art“ begonnen. Weiterlesen

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Entwurf für den Berliner Doppelhaushalt der Jahre 2012/13 – Kulturhaushalt: SYMBOLISCHE SIGNALE

Wir begrüßen den geleisteten Einsatz von Rot-Rot, den Berliner Kulturhaushalt trotz Schuldenbremse zu stärken. Insbesondere gilt dies für die Erkenntnis, dass die in Kulturbetrieben arbeitenden Menschen ihr Anrecht auf ein existenzsicherndes Einkommen nicht allein durch ihre Entscheidung verwirkt haben, sich für die Kultur dieser Stadt einzusetzen (s. Tariferhöhung und Mindestlohn*).

Insofern hegen wir vollstes Vertrauen, dass sowohl die aktuelle Regierung als auch die folgende in den definitiven Haushaltsberatungen 2012/2013 für eine Etaterhöhung der Freien Darstellenden Kunst in der benötigten Höhe von 6 Mio. € kämpfen wird, um endlich eine Honoraruntergrenze für projektgeförderte Künstler einführen zu können. Momentan produzieren öffentlich geförderte freischaffende Künstler/innen häufig für 2-3 € pro Stunde und sind somit weit entfernt von den Mindestlohnsätzen der Institutionen des Landes Berlin.
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Einreichungen für 28. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest vom 8. – 13. November 2011

Zum 28. Mal präsentiert das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest die Vielfalt des regionalen, nationalen und internationalen dokumentarischen Schaffens in all seinen Variationen. Rund 250 kurze und lange dokumentarische und künstlerisch-experimentelle Arbeiten kommen während der 6 Festivaltage zur Aufführung. Ergänzt wird das Programm durch die Medienkunstausstellung Monitoring, audiovisuelle Performances und VJ-Kunst in der DokfestLounge, die Workshop-Tagung interfiction, das DokfestForum und verschiedene Veranstaltungen für den hessischen Filmnachwuchs. In dieser Zusammenschau ergibt sich ein Profil, das in der Festivallandschaft einzigartig ist.
2011 findet das Dokfest vom 8. bis 13. November statt.
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Kommentar: Zeit für Honoraruntergrenzen

Aufgrund des rapiden und lange währenden Verfalls der Honorare in Kultur und Medien, der selbst in Produktionen mit öffentlich geförderten Mitteln eingezogen ist, ist es an der Zeit diesem mit Honoraruntergrenzen Einhalt zu gebieten. So wurden bei der Novellierung des Filmfördergesetz 2009 die Förderleistung nicht an soziale Mindeststandards geknüpft.

Die Situation im Film illustrieren die Social Spots des Bundesfilmverbands in ver.di: das Arbeiten weit unter vergleichbaren Tariflöhnen, Honorare decken den eigentlichen Arbeitsaufwand nicht ab und zu guter Letzt besteht auch kein Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. Es ist daher kein Wunder, dass die Anzahl der Alg2 Bezieher und AufstockerInnen unter den Kunstschaffenden steigt. Die Politik sollte sich lieber an die eigene Nase fassen, anstatt den Verdacht auf Leistungsmissbrauch vorzuschieben.

Die Forderung von Honoraruntergrenzen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu sozialen Mindeststandards, wie sie der UN- Sozialpakt, schon 1973 von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert, festlegt, auch in Kultur und Medien einzuführen.
Malah Helman

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14. Juli 2011: Das Datum für ein erstes Signal!

Nach einem Jahr Verhandlungen über Schauspielgagen bleiben die Angebote der Filmproduzenten provokativ niedrig. Genau vor einem Jahr, am 14. Juli 2010 haben die Tarifverhandlungen über Schauspielgagen begonnen. Nötig sind diese Verhandlungen einerseits, weil bisher im Tarifvertrag für Filmschaffende keinerlei Gagenregelung für den Bereich Schauspiel besteht und andererseits sich gerade für Berufseinsteiger ein stetiger Verfall der Einkommen zeigt. Deshalb wollen ver.di und BFFS eine Anfängergage mit der Produzentenallianz vereinbaren. Weiterlesen

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Kommentiert: BRD endlich kulturfreie Zone


Der Lobbyistenverein des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) schlägt einen radikalen Subventionsabbau vor. Damit sind freilich nicht die Subventionen gemeint, die z.B. die Mitglieder des Verbands bekommen, wie sie zum Beispiel jüngst die Automobilindustrie im Rahmen des Konjunkturpakets in Form der „Umweltprämie“ (Abwrackprämie) erhielt, um den Kauf neuer Autos anzukurbeln und der Branche aus der Absatzkrise zu helfen. Auch nicht gemeint ist der Rettungsschirm für „notleidende“ Großbanken- nein, gemeint sind die Subventionen des Staats in der Kultur. Um die öffentlichen Ausgaben für Kultur als Subventionen zu definieren, gehört wohl ein gewisses Maß an Kulturferne bzw. Kulturlosigkeit. Allerdings könnten sich Kapitalismus, deren klassische Vertreter das Klientel der INSM darstellt und Kultur durch keine größere Gegensätzlichkeit auszeichnen. Der INSM Slogan „Sozial ist, was Arbeit schafft“, der im Wahlkampf 2005 auch von Angela Merkel, Edmund Stoiber, Guido Westerwelle und anderen CDU- und FDP-Politikern übernommen wurde, nutzt das Problem der Arbeitslosigkeit in schamloser Weise und etabliert eine Parole der Arbeitsplätze um jeden Preis, abseits jeglicher menschenrechtlicher, moralischer, qualitativer oder nachhaltiger Kategorien. Nach diesem Motto wäre wohl auch die Errichtung von Konzentrationslagern sozial gewesen.

Zunächst wird vorgeschlagen, die Künstlersozialkasse (KSK) einzusparen. Das Gutachten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erläutert, dass ja auch andere Selbstständige wie Ärzte und Anwälte ihre Krankenkasse und Altersvorsorge selbst finanzieren. Im Finanzierungsmodell der KSK trägt der Bund neben der sog. Künstlersozialabgabe die bei Unternehmen erhoben wird, die Werke und Leistungen selbständiger Künstler und Publizisten gegen Entgelt in Anspruch nehmen und bei 30% liegt, 20 %  (schließlich nutzt die öffentliche Hand Leistungen der KünstlerInnen genauso). 50% der Kosten tragen KünstlerInnen selbst.

Offensichtlich haben die selbsternannten „Kulturexperten“ des IfW keine Ahnung, dass, während Ärzte und Anwälte Kammerberufe sind, die sich durch eine Gebührenordnung auszeichnen, die KünstlerInnen zu den freien Berufen gezählt werden. Hier gilt weder eine Honorarordnung noch ein Tarif, der eine angemessene Bezahlung sichern würde. Gerade in der Förderung der kulturellen Basis verbleiben nach der geleisteten stattlichen Subventionen an die „freie“ Marktwirtschaft mit dem Argument des Spardiktats Honorare im Niedriglohnbereich. Im Unterschied zu den Ärzten bekommen die Kulturschaffende keine regelmassigen Honorarerhöhungen durch das Gesundheitsministerium zugesprochen. Die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ wies in ihrem Abschlussbericht 2008 bereits daraufhin, dass  Im Bereich der darstellenden Kunst hätten SchauspielerInnen und TänzerInnen in den letzten zehn Jahren einen Einkommensverlust von ca. 30 bis 40 Prozent hin- nehmen müssen.

Es ist daher nicht begreiflich, dass sich 2009 viele Abgeordnete gegen die Aufnahme der Kultur als Staatsziel entschieden haben. Mit der Verankerung auf Förderung der Kultur in der Verfassung wäre klar, dass es sich bei Förderung dieser nicht um eine Subvention handelt.

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Sozialer Kahlschlag: Lobbyverein Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) führt Sparkampagne um radikalen Subventionsabbau

Dass in wirtschaftlichen Krisenzeiten der Ruf nach Sparen ertönt, ist nichts Ungewöhnliches. Wenn aber die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ eine Kampagne für einen radikalen Subventionsabbau anzettelt, sollten kritische Gewerkschafter und Journalisten genauer hinsehen. Einige der Forderungen laufen auf sozial- und kulturpolitischen Kahlschlag hinaus. Weiterlesen

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ver.di Fernsehpreis für Berliner Filmemacher

Preisträger des ver.di-Fernsehpreises sind in diesem Jahr Robert Thalheim für das Drehbuch zu „Am Ende kommen Touristen“ und Aelrun Goette für ihre Regie bei dem Film „Keine Angst“ vom WDR. „Wir prämieren Filme, die eine politische Botschaft haben und zum Nachdenken, Diskutieren und zu politischem Engagement anregen. Dafür braucht es Filme wie diese, die unter die Haut gehen“, sagte Jury-Mitglied Dina Bösch vom Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Weiterlesen

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Die Idee, mit der Arte antrat, steht zur Disposition

Dokumentarfilmer befürchten »planmäßige Selbstzerstörung« des ­deutsch-französischen Kulturkanals. Weiterlesen

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Wo kann man heute noch daheim sein?


Die von Savvy Contempory kuratierte Ausstellung „Nomadic settlers – settled nomads“ im Kunstraum Kreuzberg beschäftigt sich mit zwei essentiellen menschlichen Zuständen des Seins zwischen Nomadentum und Heimat. Heimat oder auch Sesshaftigkeit folgt kulturgeschichtlich dem Nomadentum nach. Und so scheint der Begriff „Heimat“ erst in der Fremde begreiflich (Theodor Fontane). Die Werke der internationalen, teilweise in Berlin lebenden KünstlerInnen, bringen sich Kontext des Themas gegenseitig zum Erzählen.

Heimat ist vielleicht nur eine Hausnummer (131, Roberto Duarte) oder da, wo man sich einen Parkettboden legt, diesen im Stress der globalisierten Gesellschaft aber sogleich wieder verlässt (Because I always feel like running, Yasmin Alt). Heimat ist eine Luftspiegelung (A plantation memory, Yasmin Alt). Heimat vermutet man da, wo jemand einen Vorhang aufhängt (Vorhang, Juan Duque) oder dort, wo man seine Unterwäsche fallen lässt (Kleiderwoche, Magda Korsinksy). Heimat bemerkt man im weggehen (Just before I left I turned back, Paul Huf). Weiterlesen

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